Wie ein guter Prompt aufgebaut ist

Viele, die mit KI unzufrieden sind, machen dafür das Tool verantwortlich. In den meisten Fällen liegt es aber an der Anweisung, dem sogenannten Prompt. Wer „mach mir was zum Thema Wasserkreislauf" eingibt, bekommt etwas Beliebiges. Wer genauer sagt, was er will, bekommt etwas Brauchbares. Der Unterschied lässt sich an vier Bausteinen festmachen.

Rolle

Zuerst hilft es, der KI eine Rolle zu geben. „Du bist eine erfahrene Grundschullehrerin" führt zu anderen, passenderen Ergebnissen als eine Frage ohne jeden Kontext. Die Rolle steckt den Rahmen ab, in dem die Antwort formuliert wird – fachlich, sprachlich und im Ton.

Kontext

Als Nächstes braucht die KI die Rahmenbedingungen. Für welche Klassenstufe, welches Fach, welche Lerngruppe? Ein Arbeitsblatt für eine dritte Klasse mit vielen Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, sieht anders aus als eines für einen Leistungskurs. Je mehr relevanten Kontext du mitgibst, desto weniger musst du hinterher nachbessern.

Aufgabe

Dann kommt die eigentliche Aufgabe, und zwar möglichst konkret. Nicht „irgendwas zum Wasserkreislauf", sondern „erkläre den Wasserkreislauf in fünf kurzen Schritten, die ein Kind in der dritten Klasse versteht". Ein klares Verb und ein klares Ziel führen zu einem klaren Ergebnis.

Format

Zuletzt lohnt es sich zu sagen, in welcher Form das Ergebnis kommen soll. Als Tabelle, als Fließtext, als Liste mit fünf Punkten, als Arbeitsblatt mit Lösung? Ohne Angabe entscheidet die KI selbst, und oft passt das nicht zu dem, was du gebraucht hättest.

Alles zusammen

Setzt man die vier Bausteine zusammen, entsteht aus einer vagen Bitte eine präzise Anweisung. Aus „mach mir was zum Wasserkreislauf" wird dann etwa:

„Du bist eine erfahrene Grundschullehrerin. Ich unterrichte eine dritte Klasse mit mehreren Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Erkläre den Wasserkreislauf in fünf kurzen, einfachen Schritten. Gib das Ergebnis als nummerierte Liste aus, jeder Schritt in einem Satz."

Das Ergebnis ist ungleich näher an dem, was im Unterricht wirklich zu gebrauchen ist.

Der eigentliche Trick kommt danach

Man muss den perfekten Prompt nicht auf Anhieb treffen. Wichtiger als das erste Kommando ist das Nachschärfen. Ist die Erklärung zu schwer, schreibst du „einfacher, bitte, für Achtjährige". Ist sie zu lang, „kürzer und mit einem Beispiel". Ist der Ton nicht passend, sagst du es. Die KI arbeitet nach, so oft du willst, und genau in diesem kurzen Hin und Her entsteht das brauchbare Ergebnis.

Man muss sich die vier Bausteine dabei nicht wie eine starre Formel merken. Es reicht, so klar und konkret zu formulieren, wie man es einer Kollegin gegenüber täte, die einem die Aufgabe abnehmen soll. Wer das verinnerlicht, holt aus jedem Tool deutlich mehr heraus – ganz ohne technisches Vorwissen.

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